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31.03.2016

Baustart für Studentenwohnheim auf dem Kastanien-Grundstück

Weimar. Auf dem als Kastanien-Grundstück bekannt gewordenen Gelände an der Weimarer Schwanseestraße 35 steht der Bau eines neuen Studentenwohnheims unmittelbar bevor. Das Luxemburger Unternehmen Avia Rent, das die Immobilie bereits vor dem ersten Spatenstich für 3,8 Millionen Euro erworben hat, kündigte dies auf Anfrage unserer Zeitung für „die nächsten Wochen“ an. Vorgesehen sei nach Angaben des Fondsmanagers, dass nach der jetzigen Planung am ersten rein privaten Weimarer Wohnheim im September oder Oktober das Richtfest begangen werden kann und es im Frühjahr 2017 fertiggestellt wird.

Entstehen wird unterhalb des Schulhofs des Schillergymnasiums ein Neubau mit rund 1300 Quadratmetern Mietfläche, die sich auf 49 Apartments verteilen. Im Schnitt werden diese rund 23 Quadratmeter groß sein und knapp 400 Euro Warmmiete kosten. Auf Wunsch biete das Unternehmen eine „löffelfertige Ausstattung“ an, sagte Viktoria Hänsel. Gemeint ist damit, dass bei Bedarf von A bis Z auch Besteck oder Bettwäsche mitvermietet wird. Wobei der Neubau nicht rein studentisch genutzt werden müsse, sondern auch wissenschaftlichen Mitarbeitern offen stehen soll, die oft nur für ein Jahr ein Zuhause auf Zeit benötigen.

Die Idee zum Neubau hatte das in Halle an der Saale ansässige Architekturbüro Irmscher, das als Projektant daran beteiligt bleibt. Über die Ziegert Capital AG verkaufte das Büro die Immobilie dann an den Luxemburger Fondsmanager. Alle drei beteiligten Partner erfuhren erst von unserer Zeitung, welch unrühmliche Geschichte mit dem Grundstück verbunden ist: Ein früherer Investor hatte dort am 14. Mai 1995, einem Sonntag, trotz vorangegangener Proteste und Mahnwachen vor allem von Schiller-Gymnasiasten, eine 100 Jahre alte Kastanie fällen lassen. Gebaut hat er dort nie. Allerdings kündigte der neue Eigentümer des Grundstücks an, diese Geschichte aufgreifen zu wollen, indem auf dem Wohnheimgelände oder dem Schulhof symbolisch eine neue Kastanie gepflanzt werde. Diese solle, versprach die Avia-Rent-Sprecherin Viktoria Hänsel, „nicht eben klein ausfallen“.

Außerhalb von Potsdam ist der Weimarer Standort der erste im Osten, an dem das Unternehmen in ein Studentenwohnheim beziehungsweise Mikro-Apartments investiert, betonte Hänsel. Zur Firmen-Philosophie gehöre, sich an allen attraktiven Standorten umzusehen. Und im Bereich von kleinen Apartments sei Weimar ebenso einzuordnen wie beispielsweise Frankfurt am Main, Bonn oder Hamburg. Dort sowie in Dieburg und Potsdam besitzt das Unternehmen insgesamt acht Apartmenthäuser mit rund 850 Wohneinheiten. Die Spannbreite reicht dabei von 22 bis 182 Apartments. Die Weimarer Immobilie wird demnach die drittkleinste der Luxemburger. Weitere Standbeine des Unternehmens sind Fonds mit bisher zwölf Kindereinrichtungen und mehr als zwanzig Pflegeeinrichtungen. Damit, so das erklärte Ziel des Unternehmen, investiere es in Märkte, die durch den demografischen Wandel entstanden sind und wo ein deutlicher Bedarf bestehe.